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Die Geliebte des Teufels
Biografie, Drama | Slowakische Republik, Tschechische Republik 2016 | 106 Minuten |
Regie: Filip Renc
Mit: Tatiana Pauhofová, Karl Markovics, Gedeon Burkhard
Im Bett mit dem Bösen. Filmdiva Lída Baarová (Tatiana Pauhofová) und Propagandaminister Joseph Goebbels (Karl Markovics) himself hatten einst ein Pantscherl: haarsträubendes tschechisches Liebesgeflüster aus den Hinterzimmern der Nazis.

 


Di. 17.5. um 17.30 Uhr, So. 22.5. um 16.15 Uhr
Titel : Die Geliebte des Teufels Originaltitel : Lída Baarová Genre : Biografie/Drama Land, Jahr : Slowakische Republik/Tschechische Republik, 2016 Länge : 106 Minuten Regie : Filip Renc Drehbuch : Ivan Hubac Kamera : Petr Hojda Schnitt : Ludek Hudec Musik : Ondrej Soukup Produktion : Jirí Jurtin, Peter Kovarcík, Daniel Landa, Daniel Severa Darsteller : Tatiana Pauhofová, Karl Markovics, Gedeon Burkhard, Simona Stasová, Martin Huba, Pavel Kríz, Zdenka Procházková

Daheim in Prag ist sie ein Star, jetzt will sie in Deutschland groß rauskommen: Als die ambitionierte tschechische Filmschauspielerin Lída Baarová (Tatiana Pauhofová) 1934 in Berlin ankommt, scheint ihr das Glück hold. Zwar hat Papa sie gewarnt vor den Nationalsozialisten, doch der Glanz ist zu verlockend. Und tatsächlich, trotz Akzent bekommt Lída bald ihre erste Hauptrolle. An ihrer Seite spielt Superstar Gustav Fröhlich (Ex-Rex-Kommissar Gedeon Burkhard), der bald auch ihr Liebhaber ist. Und als eines Tages Adolf Hitler und sein Propagandaminister Joseph Goebbels (Karl Markovics) ans Set kommen und wohlwollend den kleinen tschechischen Neuzugang begutachten, bekommt Lída Herzflattern: Hitler lädt sie zum Tee ein! Wie dramatisch!

b_150_100_16777215_00_images_stories_geliebte-teufel_geliebte-teufel1.jpg b_150_100_16777215_00_images_stories_geliebte-teufel_geliebte-teufel2.jpg b_150_100_16777215_00_images_stories_geliebte-teufel_geliebte-teufel3.jpg

Inzwischen wohnt Lída längst in Gustavs Villa. Seine jüdische Ehefrau, die im Exil in England lebt, ist nur selten Thema, und auch die politischen Veränderungen in Deutschland ignoriert Lída mit großem Erfolg. Doch der neue Nachbar ist ausgerechnet Goebbels, der Lída unverhohlen Avancen macht. Gustav warnt sie vor dem berüchtigten „Bock vom Babelsberg“. Vergebens … Würde ein ruchloser Autor eine Affäre zwischen Goeb-bels und Baarová erfinden, er würde zurecht der Geschmacklosigkeit bezichtigt werden. Doch die Liebesgeschichte zwischen Propagandaminister und Schauspielerin ist wahr: Die beiden hatten tatsächlich drei Jahre lang eine leidenschaftliche Beziehung, auch wenn sich Baarová später in Interviews unterschiedlich rechtfertigte: Sie habe vor seiner Macht Angst gehabt. Sie habe sich tatsächlich verliebt. Sie habe es nur um ihrer Karriere willen getan. Und einer geschwätzigen Freundin soll sie gar anvertraut haben, Goebbels sei der einzige Mann gewesen, der sie je befriedigen konnte.

Sind die Gerüchte wahr, wollte Goebbels 1938 für sie sogar seine Karriere im Dritten Reich hinschmeißen. Erst eine Intervention von Hitler selbst soll ihn gestoppt und zur Beendigung des Verhältnisses gezwungen haben; zu wichtig war er als Stimmungsmacher für den Holocaust. Und Lída Baarová starb im Jahr 2000 einsam und fast vergessen in Salzburg. Die Geliebte des Teufels des tschechischen Regisseurs Filip Renc ruft dieses schillernde Kapitel nun wieder in Erinnerung – und holte damit in Tschechien bereits eine halbe Million Zuschauer in die Kinos.