Vollwertkino in Cooperation mit den Grünen Steyr

Wir begrüßen unsere Gäste mit einem Cocktail.


Got existiert, ihr Name ist Petrunya

„Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem erfolglosen Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 31 und hat dazu noch studiert, was niemand braucht: Geschichte. Arbeitgeber finden sie zu dick und zu alt. Auf dem Heimweg springt Petrunya ins kalte Wasser und mischt damit zufällig bei einem kirchlichen Ritual mit, das seit Menschengedenken männlichen Wesen vorbehalten ist…

Als Komödie und beißende Satire führt uns GOTT EXISTIERT, IHR NAME IST PETRUNYA eine immer noch patriarchale Gesellschaft vor Augen und trifft damit einen Nerv unserer Zeit.

Die Darstellerin von Petrunya Zorica Nusheva ist eine stoische Wucht und bringt uns die Figur mit phänomenalem Talent nahe. Sie verkörpert diese Offenbarung einer jungen Frau, die so richtig selbstbewusst wird, als sie die Schwächen des vermeintlich starken Geschlechts wahrnimmt. Der Film ist eine Satire auf eine Gesellschaft, die modern sein möchte aber die Regeln von früher nicht hinter sich lässt.

Mi. 08.01. um 19:30 Uhr


Vom Giessen des Zitronenbaums

Als unbeschwerter Flaneur läuft Regisseur Elia Suleiman los und erlebt eine Irrfahrt in die absurden Abgründe unserer Zeit. Kaum jemals hat sich die Erschütterung eines Beobachters so leichtfüßig in einer Komödie der Irrungen Ausdruck verschafft. Mit viel Lust an der Komik, die im Widerspruch liegt, gelingen in VOM GIESSEN DES ZITRONENBAUMS grandiose Sketche, die sich zum schrecklich schönen Panorama einer nahenden Apokalypse zusammenfügen.

Der Künstler Elia kommt aus Nazareth und muss sich über Land und Leute doch sehr wundern. Schon der eigene Garten und seine Zitronenbäume sind vor den Begehrlichkeiten der Nachbarn nicht sicher. Bald bricht Elia auf, um anderswo heimisch zu werden und die seltsame Einsamkeit des kopfschüttelnden Beobachters hinter sich zu lassen. Er geht in jene Länder, wo die Frauen frei sind und die Kunst so schön tolerant, wo die Parks öffentlich sind und niemand nachbarliche Zitronen stiehlt. Elia wird zum Kundschafter in den westlichsten Metropolen, Paris und New York. Auf seinen Streifzügen durch die Räume des Urbanen gerät er zwischen

Mi. 05.02. um 19:30 Uhr


Sie ist der andere Blick

Sehen kann durch den Blick der Anderen zu einer Begegnung werden. Stumme 16mm-Sequenzen, in denen die junge Künstlerin Iris Dostal Leinwände weiß grundiert, schaffen Projektionsflächen für Narration und Werk einer älteren Generation. Sie ist der andere Blick ist eine Kollaboration mit Künstlerinnen, die in den 1970er-Jahren in der Wiener Kunstszene aktiv sind und sich in der Frauenbewegung engagieren. Treffpunkt für den Dialog mit Renate Bertlmann, Linda Christanell, Lore Heuermann, Karin Mack und Margot Pilz – alle zwischen 1936 und 1943 geboren – ist das Atelier der Filmemacherin: ein Dazwischen-Sehen, bei dem Gedanken über Selbstbestimmtheit im Werdegang der Künstlerinnen und Widerständigkeit gegen die vorherrschenden patriarchalen Gesellschaftsstrukturen geteilt werden. Die Kamera lotet als dazwischengeschobene Apparatur feinsinnige Formen aus, die frühere Werke in filmische Bilder transformiert und in Bewegung setzt.

Mi. 04.03. um 19:30 Uhr     Sie ist der andere Blick     (mit Regisseurin Christiana Perschon)