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Welcome to Sodom
Genre Documentary | Length 92 min |Production Country Austria/Ghana |
Der Boden bewegt sich wie die Haut eines riesigen Ur-Viechs. Denn die Müllhalde Agbogbloshie liegt in einem Sumpfgebiet. Manchmal verschwinden hier Menschen, sie werden im wörtlichen Sinne vom Boden verschluckt und tauchen nie wieder auf. Die Gegend am Rande von Ghanas Hauptstadt Accra zählt zu den giftigsten Gebieten weltweit. Hier landen Handys, Computer, Drucker und anderer westlicher Wohlstandsschrott, 250 000 Tonnen jährlich – und zwar illegal.

 

Bis zum Horizont türmen sich Bildschirme, Geräteteile und Autowracks, zahllose Menschen wuseln, Rinder und Ziegen suchen zwischen dem Müll nach etwas zu fressen, überall flattern Plastiktüten, ein grauer Schleier hat sich über diese Schrott-Stadt gelegt, schwarze Rauchschwaden ziehen über die apokalyptische Landschaft: Die Männer werfen Kabel ins Feuer, um das Plastik vom Kupfer abzuschmelzen. An einer anderen Stelle steigen aus einem dickflüssigen Strom Blasen auf.

Den beiden Österreicher Florian Weigensamer und Christian Krönes ist ein erstaunlicher Film gelungen. Die Kamera gleitet in faszinierenden, gespenstisch-düsteren Bildern über diese so irreal wirkende Welt aus Hügeln von Müll, über die schwarze Erde, durch Rauchschwaden hindurch und nah über den farblosen, vergifteten Boden. Und sie begleitet ein paar der 6000 Menschen, die hier leben. Aus dem Off bekommen sie eine Stimme, berichten von ihrem Blick auf diesen Ort, den sie „Sodom“ nennen.

Da ist ein schwuler, jüdischer Mediziner aus Gambia, der in seinem Heimatland verfolgt wurde und hier ein Refugium sucht. „Dieser Ort frisst dein Leben auf, und zwar verdammt schnell“, sagt hingegen eine 40-jährige Witwe, die in Agbogbloshie Wasser verkauft, damit ihr Sohn zur Schule gehen kann und nicht auch hier landet. Während ein Rapper die Freiheit dieses Ortes besingt, träumt ein Mädchen, das sich als Junge ausgibt, wissensdurstig vom Weltraum; der Schrotthändler hingegen vom großen Geschäft seines Lebens.

„Du kannst nicht weg von hier“, sagt ein anderer Schrottsammler. Denn während die Metalle wieder zurück nach Europa und in die USA gehen – wo wieder neue Geräte entstehen, die am Ende wieder hier landen – bleiben die Menschen hier. Ein höllischer Kreislauf.

Nähert sich in gespenstisch schönen Bildern und ohne moralischen Zeigefinger eindrücklich diesem Ort und seinen Menschen. …

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